Trockensteinmauer
Sachbericht von Björn Seidler

Die Trockenmauer ist eine von mehreren Möglichkeiten eine Natursteinmauer zu erstellen. Diese Art des Mauerbaus wird seit langer Zeit praktiziert.

Eine Besonderheit der Trockenmauer besteht darin, daß sie ohne starres Fundament und ohne Mörtel aufgebaut wird. Man spricht hier von einer labilen Bauweise. Der Vorteil dieser Mauer ist ihre relative Elastizität, so daß sie leichte Setzungen des Untergrundes und Bewegungen welche durch Frost entstehen mit macht. Da die Steine ohne Mörtel versetzt sind, können eventuell aufgetretene Schäden mit geringem Aufwand behoben werden.

Die fertiggestellte Trockensteinmauer aus Quarzit

Zum Bau einer Trockenmauer sind Bruchsteine mit Lager und bruchrauher Ansichtsfläche geeignet. Steine unterschiedlicher Stärke ergeben ein abwechslungsreiches Bild, wobei darauf zu achten ist, daß die Mehrzahl der Lagerfugen waagerecht verläuft.

Auswahl eines passenden Quarzit - ein nur schwer anzupassender Stein Eine weitere Variante ist der Bau mit rundlichen Steinen, welche kein Lager aufweisen. Hier verläuft das Fugenbild unregelmäßig. Aufgrund der unregelmäßigen Form der Steine wird diese Art der Mauer als Zyklopenmauerwerk bezeichnet.

Materialeinsatz: Hier Quarzit aus Allenbach/Hochwald

Quarzit ist ein Hartgestein, das zu den kristallinen Schiefern gehört. Ausgangsmaterial sind Tiefengesteine (z.B. Granit), Ergußgesteine (z.B. Basalt) oder Ganggesteine (z.B. Porphyr) die unter enormer Hitze und Druck (z.B. Entstehung der Alpen) umgeformt wurden. Bedingt durch den hohen Druck sind sie schiefrig und plattig geworden. Quarzit ist ein schlecht zu bearbeitendes Gestein. Aufgrund der plattigen Struktur läßt sich Quarzit mit Hammer und Meißel nur schwer in Form bringen. Das Farbspiel reicht von gelb, grünlich, rötlich bis grau und braun.

Herstellen der Trockenmauer:

Herstellung der Trockenmauer mittels Fluchtstäbe und einer Tragschicht aus Lave Nachdem die Mauerflucht und Mauerhöhe mittels Fluchtstäben und Nivelliergerät festgelegt ist, werden hier Fundamentgräben 40 cm tief und 50 cm breit hergestellt. Als Tragschicht wird Lava 0-32 mm lageweise eingebaut und standfest verdichtet. Aus vorstehenden Erklärungen ergibt sich, daß das Fundament nicht frostfrei gegründet sein muß. Die Mauerbreite am Fuß der Trockenmauer muß ca. der Mauerhöhe betragen, mindestens aber 30-40 cm. Aus statischen Gründen wird die Mauer mit einem Anlauf (Dossierung) von 10-15% der Mauerhöhe aufgebaut. Zur Einhaltung von Dossierung und Flucht wird ein Schnurgerüst aus Pfählen und Mauererschnur hergestellt. Als unterste Schicht werden große, schwere Steine eingebaut.

Die mit Stauden bepflanzte fertige Trockensteinmauer Die Hintermauerung sollte, auch wenn sie nicht sichtbar ist, aus statischen Gründen ebenfalls sehr sorgfältig erfolgen. Nur so ist eine lange Haltbarkeit der Mauer gewährleistet. Lockere Steine sind mit Steinsplittern zu verkeilen. Boden oder Sand darf hier nicht verwendet werden, da diese im Laufe der Zeit ausgespült werden und dann die Stabilität der Trockenmauer nicht mehr gegeben ist. Größere Fugen werden mit Stauden die sich für trockene, nährstoffarme Standorte eignen, bepflanzt.

Geeignete Stauden:

Sempervivum Hybriden, Sedum acre, Sedum spurium, Sedum album 'Murale', Satureja montana, Campanula carpatica 'Blaue Clips', Campanula carpatica 'Weiße Clips', Campanula poscharskyana 'Stella', Campanula portenschlagiana 'Birch Hybrid', Allium schoenoprassum, Nepeta fassenii, Sedum floriferum 'Weihenstephaner Gold'.


Sachbericht Copyright © 1997 Björn Seidler, Auszubildender im 2.Lehrjahr
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